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Von Felix Degeler · Founder & CEO4 Min. Lesezeit

Die Meeting-Regel, die 90 % der Unternehmen ignorieren

In den meisten Meetings dominieren die Lauten, die Leisen gehen unter. Soziokratie dreht das um: jede Person spricht, Rollen werden vergeben statt erkämpft, Entscheidungen werden getroffen statt zerredet.

DC-Illustration: ein Kreis aus gleich großen Punkten, einer in Orange, jede Stimme zählt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Reihum-Runde, in der jede Person spricht, hebt die stillen, oft besseren Perspektiven.
  • Rollen werden klar vergeben statt informell erkämpft: weniger Politik, mehr Tempo.
  • Entscheidung heißt: kein schwerwiegender Einwand, nicht alle begeistert.

Es gibt eine einfache Meeting-Regel, die fast alles verändert, und die 90 % der Unternehmen ignorieren: In der Runde muss jede Person einmal sprechen. Klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen einem Meeting, das die lauten Stimmen abbildet, und einem, das die beste Entscheidung findet.

Laute dominieren, Leise gehen unter

Das Standardmuster in Meetings: Wer am lautesten und schnellsten ist, setzt sich durch. Die ruhigen, oft durchdachteren Perspektiven kommen nie auf den Tisch. Damit verschenkt ein Team einen großen Teil seines Potenzials, einfach weil es nie gehört wurde.

Soziokratie löst das mit einer simplen Mechanik: Reihum-Runden, in denen jede Person zu Wort kommt, bevor entschieden wird. Niemand muss sich reindrängen, alle werden gefragt.

Rollen vergeben, nicht erkämpfen

Im selben System werden Rollen klar vergeben statt informell erkämpft. Wer wofür verantwortlich ist, ist transparent, nicht eine Frage von Durchsetzungsstärke. Das nimmt Politik aus dem Raum und Tempo rein.

Und Entscheidungen werden getroffen, nicht endlos zerredet: Es reicht, dass niemand einen schwerwiegenden Einwand hat, nicht, dass alle begeistert sind. So kommt man von der Diskussion ins Handeln.

Wo wir das leben

Wir setzen das nicht nur theoretisch ein. Bei der Genossenschaft die HausWirtschaft ist Soziokratie gelebter Alltag, und in jungen Strukturen bauen wir sie von Anfang an ein. Das Ergebnis ist messbar bessere Entscheidungsqualität, weil die stillen Perspektiven tatsächlich genutzt werden.

Häufige Fragen

Was ist die wichtigste Soziokratie-Regel für Meetings?
Die Reihum-Runde: Bevor entschieden wird, kommt jede Person einmal zu Wort. Das verhindert, dass die Lauten dominieren, und holt die ruhigen, oft durchdachteren Perspektiven an den Tisch.
Wie werden in der Soziokratie Entscheidungen getroffen?
Nach dem Konsent-Prinzip: Eine Entscheidung gilt, wenn niemand einen schwerwiegenden, begründeten Einwand hat. Es braucht keine Begeisterung aller, nur das Fehlen echter Hindernisse. So kommt man schneller von der Diskussion ins Handeln.
Funktioniert Soziokratie auch in normalen Unternehmen?
Ja. Die Mechanik (jede Stimme hören, Rollen klar vergeben, per Konsent entscheiden) funktioniert in jedem Team. Wir setzen sie in der Genossenschaft die HausWirtschaft und in jungen Strukturen von Anfang an ein.
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